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DIE STUDIERENDENVERTRETUNG DES BPV

 
Anregungen des Studierendensprechers David Fronczek zu Studium und Beruf des Gymnasiallehrers
 

Als neuer Studierendensprecher des bpv möchte ich die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle einige Belange der bayerischen Gymnasial-lehramtsstudenten anzusprechen. Dabei gilt es, die durchaus unterschiedlichen Interessen und Schwerpunktsetzungen dieser Verbandsgruppe zu berücksichtigen. Diese Herterogenität liegt zum einen in den recht unterschiedlichen Fachstudien-gängen, zum anderen in den unterschiedlichen Erwartungen an den künftigen Beruf begründet.

Trotz der Vielzahl an Individualinteressen er-scheint es mir als Studierendensprecher möglich, in einigen Grundfragen im Interesse aller Gymnasiallehramtsstudenten zu sprechen. Im Speziellen möchte ich auf die beiden folgenden Positionen eingehen:

Erhalt des Staatsexamens

Die europaweit geplante und teilweise (z. B. Universität Bayreuth) schon durchgeführte Umstellung der Lehrerbildung auf Bachelor/Master-Studiengänge gefährdet die Ausbildung der bayerischen Gymnasiallehrer. Das Problem sind dabei generell nicht die Ideen des Bologna-Prozesses, die im Allgemeinen sogar zu begrüßen sind. Vielmehr besteht die Gefahr, dass im Zuge dieser Umstellung die Qualität der Ausbildung leidet. Auch wenn eine Absenkung der Anforderungen während des Studiums von einem Teil der Studenten sicher begrüßt würde, gilt es stets zu bedenken, dass ein leichteres Studium den Wert des Abschlusses schmälert und entweder die Qualität oder Quantität der Lerninhalte einschränkt. Eine in diesem Sinne schlechtere Ausbildung führt aber nicht nur zu einer höheren Belastung im Referendariat und später im Beruf aufgrund fehlender Qualifikationen, sondern auch zu einer schwächeren Stellung gegenüber dem zukünftigen Dienstherrn.

Der Erhalt des Staatsexamens in seiner jetzigen Form, wie politisch mehrfach in Bayern zugesagt, liegt daher im Interesse der Studierenden.

Umstrukturierung des Studiums

Ein Spezifikum der Gymnasiallehrerausbildung ist der Spagat zwischen fachwissen-schaftlichen und pädagogisch-didaktischen Studieninhalten. Besonders die Vermittlung letzterer könnte, teilweise trotz großer Bemühungen seitens der Hochschullehrer, durchaus noch gewinnbringender erfolgen.

Um dies zu ändern, müssen die Inhalte in den erziehungswissenschaftlichen Fächern nicht länger, sondern gymnasialspezifischer unterrichtet werden. Ein Dozent, der in einer Veranstaltung gleichzeitig auf die Bedürfnisse von Grundschul- und Gymnasial-lehrern eingehen soll, wird notwendigerweise an beiden Enden Abstriche machen müssen. Besonders bei Letzteren führt dies zu einer unbefriedigenden Situation. Nur nach Schultyp getrennte Veranstaltungen können hier Abhilfe schaffen. Diese Differenzierung muss sich selbstverständlich auch in den entsprechenden Prüfungen widerspiegeln. Als wichtigen Schritt in diese Richtung kann die Einrichtung der ersten Lehrstühle für Gymnasialpädagogik in Bayern an der Universitäten Würzburg und der TU München angesehen werden.

Des weiteren sollte das Grundstudium in den Fachwissenschaften bis zum 4. Semester, und, wo fachlich angemessen, auch in Veranstaltungen für höhere Semester, gemeinsam mit der Ausbildung der Diplom- bzw. Master- und Magister-Studiengänge ablaufen. Dadurch wird einerseits erreicht, dass der Kontakt der zukünftigen Gymnasial-lehrer zur Fachwissenschaft und damit auch zur Forschung nicht abreißt, andererseits, dass die wechselseitige Durchlässigkeit nicht unnötig früh eingeschränkt wird. Die hierdurch seitens der Universität eingesparten Kosten könnten in den Ausbau der jeweiligen Lehrstühle für Fachdidaktik investiert werden, die an vielen Fakultäten ein Schattendasein führen.

Außerdem sollten die Schul-Praktika, die während des Studiums geleistet werden müssen, sinnvoller organisiert werden. Wichtigstes Anliegen muss es sein, schon während der Ausbildung möglichst oft die Gelegenheit zu begleiteten Unterrichts-versuchen zu haben. Daher wäre es vorteilhaft, Orientierungs- und Blockpraktikum zu Gunsten eines zweiten studienbegleitenden Praktikums zu kürzen. Des weiteren sollte eine Mindestanzahl an von den Praktikanten zu haltenden Stunden verbindlich festgelegt werden.

Diese und weitere Positionen sind auf der aktualisierten Internetseite der Studierenden-vertretung unter www.bpv.de  nachzulesen.

Bitte um Mithilfe

Damit der Kontakt zur künftigen Lehrergeneration seitens des Verbandes verstetigt wird, gilt es, mehr Studenten für die Berufspolitik und damit die Mitarbeit im Verband zu interessieren.

Dazu gehört die Ausweitung der Angebote an die Studierenden, wünschenswert wäre es etwa, wichtige Informationen zum vertieften Lehramtsstudium künftig noch effektiver anzubieten.

Dazu ist aber engagierte Arbeit vonnöten. Daher ist am wichtigsten zunächst ein Ausbau bzw. erneuernder Aufbau von bpv-Hochschulgruppen, die durch die Studenten-fluktuation einem ziemlich raschen Mitgliederwechsel unterliegen. Dazu bin ich - auch auf Ihre - Mithilfe angewiesen. Wenn Sie in Kontakt mit Studenten kommen, sei es privat, als Praktikumsbetreuer oder Gastdozent an der Universität, weisen Sie sie auf die Möglichkeit hin, sich im Verband zu engagieren. Um die Präsenz des BPV an den Hochschulen zu stärken sind Anstrengungen nötig, die nur im Team bestritten werden können. Insofern freue ich mich über jeden Kontakt.

 

Der Studierendensprecher des BPV - David Fronczek.

 
 
   
   
   
   
   
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