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Als
neuer Studierendensprecher des bpv möchte ich die Gelegenheit
nutzen, um an dieser Stelle einige Belange der bayerischen
Gymnasial-lehramtsstudenten anzusprechen. Dabei gilt es, die
durchaus unterschiedlichen Interessen und Schwerpunktsetzungen
dieser Verbandsgruppe zu berücksichtigen. Diese Herterogenität
liegt zum einen in den recht unterschiedlichen Fachstudien-gängen,
zum anderen in den unterschiedlichen Erwartungen an den künftigen
Beruf begründet.
Trotz der Vielzahl an
Individualinteressen er-scheint es mir als Studierendensprecher
möglich, in einigen Grundfragen im Interesse aller
Gymnasiallehramtsstudenten zu sprechen. Im Speziellen möchte ich
auf die beiden folgenden Positionen eingehen:
Erhalt des Staatsexamens
Die europaweit geplante und
teilweise (z. B. Universität Bayreuth) schon durchgeführte
Umstellung der Lehrerbildung auf Bachelor/Master-Studiengänge
gefährdet die Ausbildung der bayerischen Gymnasiallehrer. Das
Problem sind dabei generell nicht die Ideen des Bologna-Prozesses,
die im Allgemeinen sogar zu begrüßen sind. Vielmehr besteht die
Gefahr, dass im Zuge dieser Umstellung die Qualität der Ausbildung
leidet. Auch wenn eine Absenkung der Anforderungen während des
Studiums von einem Teil der Studenten sicher begrüßt würde, gilt
es stets zu bedenken, dass ein leichteres Studium den Wert des
Abschlusses schmälert und entweder die Qualität oder Quantität der
Lerninhalte einschränkt. Eine in diesem Sinne schlechtere
Ausbildung führt aber nicht nur zu einer höheren Belastung im
Referendariat und später im Beruf aufgrund fehlender
Qualifikationen, sondern auch zu einer schwächeren Stellung
gegenüber dem zukünftigen Dienstherrn.
Der Erhalt des Staatsexamens
in seiner jetzigen Form, wie politisch mehrfach in Bayern
zugesagt, liegt daher im Interesse der Studierenden.
Umstrukturierung des
Studiums
Ein Spezifikum der
Gymnasiallehrerausbildung ist der Spagat zwischen
fachwissen-schaftlichen und pädagogisch-didaktischen
Studieninhalten. Besonders die Vermittlung letzterer könnte,
teilweise trotz großer Bemühungen seitens der Hochschullehrer,
durchaus noch gewinnbringender erfolgen.
Um dies zu ändern, müssen die
Inhalte in den erziehungswissenschaftlichen Fächern nicht länger,
sondern gymnasialspezifischer unterrichtet werden. Ein Dozent, der
in einer Veranstaltung gleichzeitig auf die Bedürfnisse von
Grundschul- und Gymnasial-lehrern eingehen soll, wird
notwendigerweise an beiden Enden Abstriche machen müssen.
Besonders bei Letzteren führt dies zu einer unbefriedigenden
Situation. Nur nach Schultyp getrennte Veranstaltungen können hier
Abhilfe schaffen. Diese Differenzierung muss sich
selbstverständlich auch in den entsprechenden Prüfungen
widerspiegeln. Als wichtigen Schritt in diese Richtung kann die
Einrichtung der ersten Lehrstühle für Gymnasialpädagogik in Bayern
an der Universitäten Würzburg und der TU München angesehen werden.
Des weiteren sollte das
Grundstudium in den Fachwissenschaften bis zum 4. Semester, und,
wo fachlich angemessen, auch in Veranstaltungen für höhere
Semester, gemeinsam mit der Ausbildung der Diplom- bzw. Master-
und Magister-Studiengänge ablaufen. Dadurch wird einerseits
erreicht, dass der Kontakt der zukünftigen Gymnasial-lehrer zur
Fachwissenschaft und damit auch zur Forschung nicht abreißt,
andererseits, dass die wechselseitige Durchlässigkeit nicht
unnötig früh eingeschränkt wird. Die hierdurch seitens der
Universität eingesparten Kosten könnten in den Ausbau der
jeweiligen Lehrstühle für Fachdidaktik investiert werden, die an
vielen Fakultäten ein Schattendasein führen.
Außerdem sollten die
Schul-Praktika, die während des Studiums geleistet werden müssen,
sinnvoller organisiert werden. Wichtigstes Anliegen muss es sein,
schon während der Ausbildung möglichst oft die Gelegenheit zu
begleiteten Unterrichts-versuchen zu haben. Daher wäre es
vorteilhaft, Orientierungs- und Blockpraktikum zu Gunsten eines
zweiten studienbegleitenden Praktikums zu kürzen. Des weiteren
sollte eine Mindestanzahl an von den Praktikanten zu haltenden
Stunden verbindlich festgelegt werden.
Diese und weitere Positionen
sind auf der aktualisierten Internetseite der
Studierenden-vertretung unter www.bpv.de nachzulesen.
Bitte um Mithilfe
Damit der Kontakt zur
künftigen Lehrergeneration seitens des Verbandes verstetigt wird,
gilt es, mehr Studenten für die Berufspolitik und damit die
Mitarbeit im Verband zu interessieren.
Dazu gehört die Ausweitung
der Angebote an die Studierenden, wünschenswert wäre es etwa,
wichtige Informationen zum vertieften Lehramtsstudium künftig noch
effektiver anzubieten.
Dazu ist aber engagierte
Arbeit vonnöten. Daher ist am wichtigsten zunächst ein Ausbau bzw.
erneuernder Aufbau von bpv-Hochschulgruppen, die durch die
Studenten-fluktuation einem ziemlich raschen Mitgliederwechsel
unterliegen. Dazu bin ich - auch auf Ihre - Mithilfe angewiesen.
Wenn Sie in Kontakt mit Studenten kommen, sei es privat, als Praktikumsbetreuer oder Gastdozent an der Universität, weisen Sie
sie auf die Möglichkeit hin, sich im Verband zu engagieren. Um die
Präsenz des BPV an den Hochschulen zu stärken sind Anstrengungen
nötig, die nur im Team bestritten werden können. Insofern freue
ich mich über jeden Kontakt.
Der Studierendensprecher
des BPV - David Fronczek.
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