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Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv)
Max Schmidt hat der bayerischen Staatsregierung bescheinigt,
mit ihren gestrigen Ankündigungen zur Bildungspolitik auf dem
richtigen Weg zu sein. „Der Reformbedarf ist richtig erkannt,
die Zielsetzung stimmt“, sagte der bpv-Vorsitzende in München.
Als Grundbedingung für das Gelingen der ambitionierten Ziele
werde es aber auch wesentlich darauf ankommen, den für die
Reformen notwendigen Finanzbedarf zur Verfügung zu stellen und
nicht zuletzt auch genügend qualifiziertes Personal insbesondere
für die weiterführenden Schularten zu finden. „Das wird nicht
von heute auf morgen gehen“, ist sich Schmidt klar. So werde es
angesichts des Lehrermangels realistisch gesehen noch bis zum
Jahr 2011 dauern, bis mit einer echten Verbesserung der
Lehrerversorgung und spürbar kleineren Klassen an Gymnasien und
beruflichen Oberstufen gerechnet werden könne.
Philologenverband auch im
kommenden Schuljahr konstruktiver Partner der
Politik
- Kritik an Abkehr des BLLV vom gegliederten Schulwesen
Zugleich kündigte Schmidt an, dass sich sein Verband auch
im kommenden Schuljahr sehr aktiv an den schul- und
berufspolitischen Diskussionen beteiligen werde und dafür sorgen
wolle, in sämtliche Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden:
„Dass jede Staatsregierung gut beraten ist, vor jeder
Entscheidung auf die im Philologenverband versammelte Kompetenz
und Erfahrung von weit über 20.000 Praktikern zurückzugreifen,
haben die Erfahrungen bei der Einführung des achtjährigen
Gymnasiums gezeigt“, bekräftigte Schmidt den Anspruch seines
Verbandes. Insgesamt, so Schmidt bilanzierend, habe man ein sehr
schwieriges Schuljahr hinter sich gebracht; unter den gegebenen
Rahmenbedingungen sei es nicht immer einfach gewesen, für
Schülerinnen und Schüler aller Schularten das bestmögliche an
Bildung und Förderung zu sichern. Dazu beigetragen hätten nicht
nur bekannte Schwierigkeiten wie der Lehrermangel. Ein Problem
sieht der Philologenverband auch darin, dass inzwischen nicht
mehr alle bayerischen Lehrerverbände an einem Strang ziehen,
wenn es darum geht, die verschiedenen bayerischen Schularten zu
verbessern. So versteht sich die neue Führung des Bayerischen
Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) offensichtlich als
Promoterin der Gesamtschule. „Hinsichtlich des besseren
Schulsystems kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein“,
so der bpv-Vorsitzende, „dass die neue Liebe des BLLV für die
Gesamtschule damit einhergeht, nun die weiterführenden
Schularten Bayerns nach Kräften schlechtzureden, halte ich aber
nicht nur für realitätsfremd, sondern auch für unredlich.“ Der
Bayerische Philologen-verband bewertet den Versuch des BLLV,
über das Etappenziel Regionalschule zur Einheitsschule und damit
zu einer höheren Einheitsbezahlung für seine Klientel zu kommen,
vornehmlich als eine neue Strategie, bislang nicht erreichte
berufspolitische Forderungen endlich durchzusetzen. An Eltern
und Schülern appellierte Schmidt daher, sich von den Attacken
des BLLV gegen das bayerische Schulwesen nicht irritieren zu
lassen. „Unser Schulsystem ist nicht nur trotz unbestrittenen
Reformbedarfs in Einzelbereichen mit das beste in Deutschland,
sondern auch international konkurrenz- und zukunftsfähig. Das
zeigen die Ergebnisse vieler wissenschaftlicher Studien und die
Erfahrungen von Hochschulen und Betrieben im In- und Ausland“,
betonte Schmidt abschließend. |