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Sehr erfreut über das
wieder hervorragende Abschneiden der bayerischen Gymnasien im
Vergleich der Bundesländer bei PISA-E hat sich der der
Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max
Schmidt geäußert: „Dass Bayerns Gymnasiasten trotz teilweise
ungünstiger Rahmenbedingungen in allen drei getesteten
Teilbereichen die Spitzenplätze belegen, ist auch ein Zeichen
für das große Engagement und die Kompetenz ihrer Lehrkräfte.“
Gleichzeitig sieht
Schmidt in dem Umstand, dass sich Sachsen in der Gesamtbilanz
aller Schularten knapp an Bayern vorbeischieben konnte, den
Auftrag an die bayerische Politik, konsequent an der
Verbesserung der Rahmenbedingungen an allen Schularten zu
arbeiten. Konkret sieht Schmidt vor allem folgende fünf Gründe
für den Erfolg Sachsens:
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Die Klassengrößen in Sachsen liegen mit durchschnittlich bis
zu fünf Schülern signifikant unter den bayerischen. Sachsen
hat den demographischen Rückgang dazu genutzt, die
Lehrer-Schüler-Relation zu verbessern. Lehrerstellen wurden
trotz zurückgehender Schülerzahlen an den Schulen belassen
und damit die Lern- und Lehrsituation für Schüler und Lehrer
deutlich verbessert.
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Der naturwissenschaftliche Unterricht nimmt im Osten
Deutschlands traditionell einen hohen Stellenwert ein. Dies
lässt sich auch an der guten Stundenausstattung ablesen.
Sachsens Stundentafel weist beispielsweise am Gymnasium von
Klasse 5 – 10 in Biologie, Chemie und Physik für alle
obligatorisch 28 reine Fachstunden aus (plus je nach Zweig 9
Profilstunden), das achtjährige
naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium Bayerns in
denselben Fächern 18 (plus 6 Profilstunden). Das jetzt
vorliegende Ergebnis bestätigt damit den Befund der TU
München, wonach zwischen der Anzahl der Schulstunden und dem
Abschneiden der einzelnen Bundesländer bei PISA ein
Zusammenhang besteht. Damit zeigt sich wieder einmal, dass
auch durch eine hohe Qualität des Unterrichts wie in Bayern
Defizite in der Stundenausstattung nicht nach Belieben
kompensiert werden können.
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Die Migrantenquote Bayerns liegt über dem Bundesdurchschnitt
und ist drei- bis viermal so hoch wie die Sachsens. Dennoch
ist es Bayern auch diesmal wieder gelungen, ein im
nationalen Vergleich sehr hohes Kompetenzniveau für Kinder
mit Migrationshintergrund zu sichern.
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Sächsische Schulen gelten wie die in Bayern,
Baden-Württemberg und Thüringen als traditionell besonders
leistungsorientiert. Dies zeigt sich etwa auch am Festhalten
an einem Übertrittsverfahren in diesen Ländern, das auf
klaren Notengrenzen basiert.
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Schüler wie
Lehrer Sachsens hatten während der vergangenen Jahre
Gelegenheit, sich in Ruhe auf ihre schulischen Pflichten zu
konzentrieren. Dagegen war die bayerische Schulpolitik in
den letzten Jahren von hektisch vollzogenen Umbrüchen,
tiefgreifenden Einschnitten und zusätzlichen Belastungen
geprägt. Sie erschwerten es Schülern und Lehrern teilweise
erheblich, ihren eigentlichen Bildungsauftrag wirklich
optimal zu erfüllen.“
Gleichzeitig zeigte
sich Schmidt erfreut darüber, dass Bayern offenbar die weitere
Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg gelungen
sei. Als Konsequenz dieses insgesamt für Bayern wieder höchst
erfreulichen Ergebnisses sieht Schmidt, der am Gymnasium Grafing
selbst Lehrer für Mathematik und Physik ist, den großen Auftrag
an die Staatsregierung, konsequent in die Verbesserung der
Rahmen-bedingungen zu investieren: „Der Philologenverband als
Zusammenschluss von Berufspraktikern mahnt seit langem: Kleine
Klassen und genügend qualifizierte Lehrkräfte sind nicht
irgendwelche Randbedingungen, wie das manche Ökonomen behaupten.
Und genauso wenig ist die Zahl der Fachstunden egal, die man
Schülern und Lehrern zugesteht. Ich fordere daher die bayerische
Politik dringend dazu auf, noch stärker unsere Expertise zu
berücksichtigen, wenn ihr die Verbesserung des Bildungsniveaus
für alle Schüler am Herzen liegt.“ Insgesamt, so der
bpv-Vorsitzende abschließend, seien in Bayern zwar etliche
Nachbesserungen im Detail notwendig, das gegliederte Schulsystem
habe mit diesem Test aber ein weiteres Mal seine Leistungs- und
Reformfähigkeit unter Beweis gestellt. „Daher bleibt für Insider
auch dieses Mal fast das Spannendste, mit welchen argumentativen
Klimmzügen die Gesamtschullobby versuchen wird, Bayerns
Abschneiden und das bayerische Schulsystem schlechtzureden.“ |