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PRESSEMITTEILUNGEN

 
Pressemitteilung vom 18.11.2008
 

PISA-E: Die besseren Rahmenbedingungen haben Sachsen den knappen Gesamtsieg gebracht

Bayerns Gymnasien in allen drei Testbereichen auf Platz 1

 

Sehr erfreut über das wieder hervorragende Abschneiden der bayerischen Gymnasien im Vergleich der Bundesländer bei PISA-E hat sich der der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt geäußert: „Dass Bayerns Gymnasiasten trotz teilweise ungünstiger Rahmenbedingungen in allen drei getesteten Teilbereichen die Spitzenplätze belegen, ist auch ein Zeichen für das große Engagement und die Kompetenz ihrer Lehrkräfte.“

Gleichzeitig sieht Schmidt in dem Umstand, dass sich Sachsen in der Gesamtbilanz aller Schularten knapp an Bayern vorbeischieben konnte, den Auftrag an die bayerische Politik, konsequent an der Verbesserung der Rahmenbedingungen an allen Schularten zu arbeiten. Konkret sieht Schmidt vor allem folgende fünf Gründe für den Erfolg Sachsens:

  • Die Klassengrößen in Sachsen liegen mit durchschnittlich bis zu fünf Schülern signifikant unter den bayerischen. Sachsen hat den demographischen Rückgang dazu genutzt, die Leh­rer-Schüler-Relation zu verbessern. Lehrerstellen wurden trotz zurückgehender Schülerzahlen an den Schulen belassen und damit die Lern- und Lehrsituation für Schüler und Lehrer deutlich verbessert.

  • Der naturwissenschaftliche Unterricht nimmt im Osten Deutschlands traditionell einen hohen Stellenwert ein. Dies lässt sich auch an der guten Stundenausstattung ablesen. Sachsens Stundentafel weist beispielsweise am Gymnasium von Klasse 5 – 10 in Biologie, Chemie und Physik für alle obligatorisch 28 reine Fachstunden aus (plus je nach Zweig 9 Profilstunden), das achtjährige naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium Bayerns in denselben Fächern 18 (plus 6 Profilstunden). Das jetzt vorliegende Ergebnis bestätigt damit den Befund der TU München, wonach zwischen der Anzahl der Schulstunden und dem Abschneiden der einzelnen Bundesländer bei PISA ein Zusammenhang besteht. Damit zeigt sich wieder einmal, dass auch durch eine hohe Qualität des Unterrichts wie in Bayern Defizite in der Stundenausstattung nicht nach Belieben kompensiert werden  können.

  • Die Migrantenquote Bayerns liegt über dem Bundesdurchschnitt und ist drei- bis viermal so hoch wie die Sachsens. Dennoch ist es Bayern auch diesmal wieder gelungen, ein im nationalen Vergleich sehr hohes Kompetenzniveau für Kinder mit Migrationshintergrund zu sichern.

  • Sächsische Schulen gelten wie die in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen als traditionell besonders leistungsorientiert. Dies zeigt sich etwa auch am Festhalten an einem Übertrittsverfahren in diesen Ländern, das auf klaren Notengrenzen basiert.

  • Schüler wie Lehrer Sachsens hatten während der vergangenen Jahre Gelegenheit, sich in Ruhe auf ihre schulischen Pflichten zu konzentrieren. Dagegen war die bayerische Schulpolitik in den letzten Jahren von hektisch vollzogenen Umbrüchen, tiefgreifenden Einschnitten und zusätzlichen Belastungen geprägt. Sie erschwerten es Schülern und Lehrern teilweise erheblich, ihren eigentlichen Bildungsauftrag wirklich optimal zu erfüllen.“

Gleichzeitig zeigte sich Schmidt erfreut darüber, dass Bayern offenbar die weitere Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg gelungen sei. Als Konsequenz dieses insgesamt für Bayern wieder höchst erfreulichen Ergebnisses sieht Schmidt, der am Gymnasium Grafing selbst Lehrer für Mathematik und Physik ist,  den großen Auftrag an die Staatsregierung, konsequent in die Verbesserung der Rahmen-bedingungen zu investieren: „Der Philologenverband als Zusammenschluss von Berufspraktikern mahnt seit langem: Kleine Klassen und genügend qualifizierte Lehrkräfte sind nicht irgendwelche Randbedingungen, wie das manche Ökonomen behaupten. Und genauso wenig ist die Zahl der Fachstunden egal, die man Schülern und Lehrern zugesteht. Ich fordere daher die bayerische Politik dringend dazu auf, noch stärker unsere Expertise zu berücksichtigen, wenn ihr die Verbesserung des Bildungsniveaus für alle Schüler am Herzen liegt.“ Insgesamt, so der bpv-Vorsitzende abschließend, seien in Bayern zwar etliche Nachbesserungen im Detail notwendig, das gegliederte Schulsystem habe mit diesem Test aber ein weiteres Mal seine Leistungs- und Reformfähigkeit unter Beweis gestellt. „Daher bleibt für Insider auch dieses Mal fast das Spannendste, mit welchen argumentativen Klimmzügen die Gesamtschullobby versuchen wird, Bayerns Abschneiden und das bayerische Schulsystem schlechtzureden.“


Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, E-Mail: Pressestelle des bpv  |  Adresse

 
 
   
   
   
   
   
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