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Der Vorsitzende des Bayerischen
Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt hat sich offen für die Idee
von Kultusminister Siegfried Schneider gezeigt, die
Ganztagesangebote an den bayerischen Gymnasien auszuweiten. Mit
dem von Schneider für das G8 avisierten ‚rhythmisierten
Ganztagsunterricht an zwei bis drei Tagen’ komme der Minister den
Vorstellungen des Philologenverbandes sehr nahe. „Darüber können
und müssen wir sprechen“, sagte Schmidt am Rande einer
Vorstandssitzung seines Verbandes in München. „Die Politik muss
sich aber über eines klar sein: Bessere Rahmen-bedingungen für
Schüler und Lehrer sind von den Schulen nicht kostenneutral zu
stemmen. Das geht nur über eine verbesserte personelle und
räumliche Ausstattung“, so Schmidt weiter. Für einen geregelten
Ganztagesbetrieb brauchen Schulen weitere Aufenthalts- und
Arbeitsräume sowie mehr Lehr- und zusätzlich Betreuungspersonal.
Pädagogische Assistenten für
alle Gymnasien
Baden-Württemberg
plane an Ganztagsschulen den Einsatz von pädagogischen Assistenten
zur Unterstützung der Lehrkräfte. Auch für Bayern sind dem bpv
konkrete Überlegungen bekannt, ein entsprechendes Berufsbild zu
etablieren. „Dieses Modell klingt vielversprechend. Schon zwei bis
drei pädagogische Assistenten pro Gymnasium könnten entscheidend
dazu beitragen, alle Beteiligten spürbar zu entlasten und Schüler
individueller zu fördern“, warb Schmidt. Gerade mit Blick auf den
Erhalt der Abiturqualität sei dies wesentlich sinnvoller als
nochmalige Stoff- und Stundenkürzungen zu propagieren.
Schulische Wissenslücken
infolge Kürzungen gefährden allgemeine Hochschulreife
„Vor einem weiteren
Zusammenstreichen der Stundentafeln und der Lehrpläne kann ich nur
noch einmal warnen. Schulen vermitteln Wissen und Können
schließlich nicht zum Selbstzweck. Das geschieht immer mit Blick
auf die Anforderungen der Hochschulen. Die allgemeine
Studierfähigkeit ist aber mit weiteren Einschnitten in die
Lehrpläne und die Stundentafeln kaum noch zu gewährleisten.
Flächendeckende Hochschuleingangs-prüfungen, privat zu
finanzierende, zeitlich aufwändige Studienvorbereitungskurse und
steigende Studienabbrecherzahlen wären aber die Folgen weiterer
Kürzungen“, machte Schmidt auf diese kaum bedachten Zusammenhänge
aufmerksam. |