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PRESSEMITTEILUNGEN

 
Pressemitteilung vom 14.10.2008
 

Will die FDP in Bayern mit linker Bildungspolitik punkten?

 

Mit großer Verwunderung registriert der Bayerische Philologenverband die derzeit von der bayerischen FDP in den Koalitionsverhandlungen vertretenen bildungspolitischen Positionen. „Mit ihren schulpolitischen Forderungen machen sich die bayerischen Liberalen bislang originär linke Positionen zueigen“, konstatierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt. Weder die Bundespartei noch die anderen FDP-Landesverbände hätten sich eine sechsjährige Grundschulzeit und die Zusammenlegung von Schularten auf die Fahnen geschrieben. Außerhalb der bayerischen FDP scheint man sich bei den Liberalen auch bewusst zu sein, dass diese Forderungen mit dem von den Liberalen immer besonders stark betonten Leistungsprinzip kaum vereinbar sind:  Hat doch erst in diesem Jahr eine große Studie der Humboldt-Universität Berlin wieder bestätigt, dass Schüler sechsjähriger Grundschulen Leistungsdefizite von bis zu zwei Jahren gegenüber ihren  bereits nach der vierten Klasse an weiterführende Schulen übergetretenen Kameraden aufbauen. Auch für den Ausgleich sozialer Disparitäten erweise sich der Übertritt nach der vierten Grundschulklasse als günstiger.

Umfrage: FDP- Anhänger eindeutig gegen Grundschulverlängerung

Auf  Reformen innerhalb des gegliederten Schulsystems statt auf Strukturveränderungen setzt auch der Löwenanteil der Klientel der Liberalen: In einer FORSA-Umfrage hatten sich FDP-Anhänger am weitaus häufigsten gegen eine Verlängerung der Grundschulzeit ausgesprochen (83 Prozent) und am häufigsten die Unterstützung der Hauptschule durch die Politik eingefordert (85 Prozent).

bpv gegen Auferstehung einer Aufbau- oder Orientierungsstufe

Nichts abgewinnen kann Schmidt auch dem Alternativmodell, einen zweiten großen Übertrittszeitpunkt nach der sechsten Klasse zu installieren: „Das wäre nichts anderes als die faktische Rückkehr der Orientierungsstufe, von der sich Bayern und andere Bundesländer aufgrund schlechter Erfahrungen wieder verabschiedet haben.“ Denn um möglichst vielen Schülern eine realistische Chance auf einen Übertritt noch nach der sechsten Klasse an  das Gymnasium und die Realschule geben zu können, müssten deren Lehrpläne an den der Hauptschule angeglichen werden. Das bedeutete aber, Leistungspotenziale der Schüler an Realschulen und Gymnasien nicht mehr wie bisher ausschöpfen zu können. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Reform, als deren Folge rund 70 Prozent der bayerischen Schülerschaft in Klasse 5 und 6 schlechter als bisher gefördert werden könnten, im Sinne liberaler Bildungspolitik ist“, sagte Schmidt.


Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, E-Mail: Pressestelle des bpv  |  Adresse

 
 
   
   
   
   
   
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