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Als falsch, unsachlich und in Teilen auch bewusst irreführend
hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max
Schmidt, die Kritik des BLLV-Vorsitzenden Klaus Wenzel
zurückgewiesen.
Wörtlich sagte er: "Natürlich muss das Gymnasium berechtigte
Kritik aushalten und stellt sich dieser auch. Was aber der
BLLV-Vorsitzende in seiner gestrigen Presseerklärung über das
bayerische Gymnasium verlautbart hat, ist ein Zerrbild der
Realität und strotzt vor falschen Zahlen und Unterstellungen. Es
ist in höchstem Maße bedauerlich, dass übrigens im Gegensatz zu
seinen Amtsvorgängern, die erheblich differenzierter geurteilt
hätten, der derzeitige BLLV-Vorsitzende ständig versucht, nach
seiner eigenen Schulart, der Hauptschule, nun auch andere
Schularten in der Öffentlichkeit kaputt zu reden."
Im Einzelnen stellte der Philologenchef fest:
"Ganz im Gegensatz zu dem Eindruck, der in der gestrigen
BLLV-Presseerklärung erweckt wird, ist die Zahl der
Pflichtwiederholer an den Gymnasien in den letzten Jahren
ständig deutlich gesunken, von über 3 Prozent der jeweiligen
Jahrgangsstufe vor 6 Jahren auf 1,7 Prozent im letzten
Schuljahr. Auch der Anteil der Schüler, die das Klassenziel
nicht erreicht haben, ist rückläufig von knapp 6 Prozent vor 6
Jahren auf etwas über 4 Prozent im letzten Schuljahr.
Damit ist die Wiederholerquote am Gymnasium niedriger als an den
meisten anderen weiterführenden Schularten in Bayern. Auch die
Zahl von 14 000 Schülern, die das bayerische Gymnasium jährlich
ohne Abitur verlassen, beinhaltet mehrere Tausend Schüler, die
freiwillig nach der 10. Klasse in das berufliche Schulwesen oder
in die Berufsausbildung wechseln.
Völlig an den Haaren herbeigezogen ist die Behauptung, der
erfolgreiche Besuch des Gymnasiums hänge immer stärker vom
Einkommen ab. Gerade die letzte PISA-Untersuchung hat mit
Zahlenmaterial nachgewiesen, dass sich zwar langsam, aber stetig
der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
entzerrt. Dies ist übrigens auch eine Folge der ständig
steigenden Quote von Gymnasiasten an der Gesamtschülerzahl.
Es gibt außerdem keine Untersuchung, die nachweist, dass die
Zahl der Nachhilfeschüler permanent ansteige. Im Gegenteil:
Durch die individuellen Förderkurse und die
Nachmittagsbetreuung, die seit ein paar Jahren an den Gymnasien
angeboten werden, geht der Bedarf nach Nachhilfe auch nach
Elternbeobachtungen zurück."
Max Schmidt betonte abschließend, dass trotz aller
Einzelprobleme, die es an allen Schularten gebe, sich das
bayerische Gymnasium bester Akzeptanz erfreue, was auch die
steigenden Übertrittsquoten zeigten.
Wer angesichts dessen, was gegenwärtig bayerische
Gymnasiallehrer an pädagogischem Engagement in die neuen
Möglichkeiten der individuellen Förderung einbrächten, dem
Gymnasium eine "Aussortierungsmentalität" unterstelle, beleidige
alle Kolleginnen und Kollegen dieser Schulart, sagte der
bpv-Chef abschließend. |