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Anlässlich der Übergabe von 140.000
Unterschriften für mehr Lehrer und kleinere Klassen durch eine
Bad Tölzer Elterninitiative in der bayerischen Staatskanzlei hat
der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt
den Aufbau einer integrierten Lehrerreserve an Gymnasien und
beruflichen Oberschulen gefordert. „Unterrichtsausfälle und
Lehrermangel an den Gymnasien wären längst nicht so gravierend,
wenn Bayern schon vor Jahren für eine echte Lehrerreserve
gesorgt hätte“, beklagte der bpv-Vorsitzende. Die langjährige
Praxis, Jahr für Jahr nicht mehr als die rechnerisch unbedingt
notwendige Zahl an Lehrkräften einzustellen räche sich nun
bitter. Schmidt weiter: „Dass Eltern bei gravierenden
Unterrichtsausfällen und proppenvollen Klassen auf die
Barrikaden gehen, ist verständlich. Mit der kurzsichtigen
Einstellungspolitik der Vergangenheit muss daher ein für allemal
Schluss sein. Sie schadet unseren Schülern und dem
Bildungsstandort Bayern. Der Freistaat sollte in diesem Punkt
von der Wirtschaft lernen und schleunigst mit dem Aufbau einer
fünfprozentigen Lehrerreserve an jeder Schule beginnen. Den
Anfang können die musischen Fächer machen; hier übersteigt das
Lehrerangebot auch jetzt noch den unmittelbaren Bedarf. Das wäre
auch ein zusätzliches politisches Signal an die Öffentlichkeit,
dass es der Staatsregierung mit der Bekämpfung des
Unterrichtsausfalls sehr ernst ist. Die sich dann 2011 mit dem
Wegfall des neunjährigen Gymnasiums ergebende Chance,
flächendeckend zu einer spürbaren Verbesserung der
Lehrerver-sorgung an Gymnasien und beruflichen Oberstufen zu
kommen, muss unbedingt zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel
hin zu einer vorausschauenden, zeit-gemäßen Einstellungspolitik
genutzt werden.“ |