|
Mit einer
Festveranstaltung in Anwesenheit von Vertretern aller drei
Landtagsfraktionen begeht die Referendar- und
Jungphilologenvertretung (RJV) im Bayerischen Philologen-verband
(bpv) am Freitag in München ihr 40-jähriges Bestehen. Sie war
1968 von einer Gruppe junger Gymnasiallehrkräfte um den späteren
bpv-Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Werner Honal mit
dem konkreten Ziel gegründet worden, die schlechte soziale Lage
der Referendare zu verbessern und Defizite im Lehramtsstudium zu
beseitigen. Der Nachdruck, mit dem die Referendarvertretung
beide Ziele verfolgte, zahlte sich schon sehr bald aus: Die
beiden Bestandteile der Anwärterbezüge stiegen um stolze 20 – 30
Prozent. Und unter Mitwirkung der Referendarvertretung beschloss
die Staatsregierung eine richtungsweisende Reform des
bayerischen Lehrerbildungs-gesetzes, die in ihren Grundzügen bis
heute gültig ist. Darüber hinaus intensivierte die neue
Referendarvertretung die Beratung und Informationsmöglichkeiten
für Nachwuchslehrer, indem sie den bis heute immer wieder neu
überarbeiteten „Ratgeber für Studienreferendare“ auflegte, der
in seiner aktuellen Ausgabe inzwischen 370 Seiten umfasst.
RJV-Vorsitzende Benning: Arbeitsbelastung und Bezahlung der
Referendare „unvernünftig“ und „beschämend“
Carina Benning, die
die Referendar- und Jungphilologenvertretung seit 2007 führt,
betonte, dass die damaligen Hauptthemen und –anliegen
Einstellungschancen, Bezahlung und Kollegenberatung durch die
Jahrzehnte hindurch nichts an Aktualität verloren hätten;
lediglich die Schwerpunkte der RJV-Tätigkeit verschieben sich
alle paar Jahre. „Die Jahre, in denen Junglehrer kaum
Anstellungschancen fanden, sind zwar Gott sei Dank zumindest
vorläufig vorbei. Sorgen bereitet uns aber die hohe
Unterrichtsverpflichtung der jungen Kolleginnen und Kollegen.
Sie werden oftmals als billige Arbeitskräfte über das
vernünftige Maß hinaus zur Abdeckung des Unterrichtsbedarfs
benutzt. Dabei sollte eigentlich der Ausbildungscharakter des
Referendariats im Vordergrund stehen – schließlich ist ein
Referendar ein Lehrer in Ausbildung, der sich jede einzelne
Unterrichtsstunde noch sehr aufwändig erarbeiten muss“,
kritisierte Benning.
Die RJV-Vorsitzende
wiederholte auch ihre heftige Kritik an der vor einigen Jahren
erfolgten Absenkung der Referendarbezüge: „Dass Junglehrer auf
die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sind, weil sie weniger
verdienen als mancher Azubi im dritten Ausbildungsjahr, ist
nicht nur beschämend. So mancher Lehramtsstudent nimmt nach dem
Studium lieber eine Stelle in der freien Wirtschaft an. Gerade
die von den Schulen händeringend gesuchten Mathematiker und
Naturwissenschaftler verdienen hier vom Start weg leicht das
Doppelte – und haben auch noch oftmals deutlich bessere
Aufstiegschancen. Wenn der Lehrerberuf konkurrenzfähig bleiben
will, muss die Staatsregierung diesen Missstand schleunigst aus
der Welt schaffen. Die Verbeamtung allein ist für
karrierebewusste junge Menschen als Zuckerl heutzutage zu wenig.
Nur wenn Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen und Bezahlung
stimmen, besteht die Chance, den Beruf des Gymnasiallehrers auf
Dauer attraktiv zu erhalten.“ |