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Der Bayerische Philologenverband (bpv) nimmt die
Sorgen der Eltern um die Belastungen im G8 ernst. „Wenn ein
Viertel der Schüler auf Nachhilfe angewiesen ist, läuft etwas
verkehrt“, kommentierte der Verbandsvorsitzende Max Schmidt die
Ergebnisse einer Elternumfrage der Landeselternvereinigung der
Gymnasien (LEV).
Qualitätsabbau ist keine Lösung
Der bpv sieht die Lösung allerdings nicht in
weiteren Stundenkürzungen und so genannten
„Lehrplanentrümpelungen“, wie sie der LEV vorschweben: „Wer etwa
Shakespeare für verzichtbar hält und Fremdsprachenunterricht auf
den praktischen Einsatz im Alltag reduzieren will, offenbart nicht
nur sein Unverständnis für grundlegende Bildungsinhalte, der
demontiert auch den Wert der Hochschulreife und redet der
Abschaffung des Gymnasiums das Wort“, kritisierte Schmidt. „Ein
minderwertiges Abitur zieht fast zwangsläufig ein privat
finanziertes Vorbereitungsjahr fürs Studium nach sich. Damit ist
weder Schülern noch Eltern gedient, weil soziale Disparitäten
verstärkt würden.“
Wer das G8 will, muss Schüler auch adäquat
fördern
Der bpv dagegen fordert eine deutliche
Verbesserung der Rahmenbedingungen für den partiellen
Ganztagsbetrieb sowie eine deutlich verbesserte individuelle
Förderung. Details dazu hat der Verband heute im Rahmen seines
Konzepts „Vom G8 zum Gymnasium“ vorgestellt, das der
Presseerklärung beiliegt. „Wir setzen auf Maßnahmen, die
gymnasiale Substanz sichern und gleichzeitig die übergroße
Belastung für Schüler und Lehrer reduzieren“, erklärte Schmidt.
Wenn all das nicht funktioniere, bliebe ja immer noch der Weg
zurück zum G9.
Politik muss endlich ihre Wechsel einlösen
Doch zunächst sei es notwendig, dass die Politik
nach drei Jahren endlich materiell und personell der Tatsache
Rechnung trägt, dass sie eine partielle Ganztagsschule eingeführt
hat, die eine entsprechende Ausstattung braucht. „Vor drei Jahren
war das Gymnasium eine allseits akzeptierte und geachtete
Institution. Heute, nach den Reformen, hagelt es nur noch Kritik“,
gab Schmidt abschließend zu bedenken. „Dass in die Hauptschulen
investiert werden soll, begrüßen wir nachdrücklich. Aber dass der
Rohbau des G8 bei den Bildungsinvestitionen nicht einmal mehr
genannt wurde, stimmt da schon bedenklich. Das G8 darf keine
Bildungsruine werden.“ |